Ich habe dieses Jahr wieder die Plussizefashion Days in Hamburg besucht.

Die Plussizefashion Days sind Europas größte Fashionveranstaltung für große Größen. Wobei Plussize schon ab einer Konfektionsgröße 42 beginnt.

Die Initiatorin der Plussizefashion Days, Tanja Marfo, lädt nun jedes Jahr zu einem großen Modespektakel nach Hamburg ein.

Es beginnt jedes Jahr mit einer Fashionshow am Freitagabend, bei dem die großen und kleineren Labels der Plussizemode ihre Herbst/Winterkollektionen vorstellen.

Dieses Jahr wurde die Show von Riccardo Simonetti und Tanja Marfo moderiert. Das beherrschende Thema, war Diversity- Vielfältigkeit! Das Motto des Abends war suggeriert als „Welcome to Cabaret- Hamburg in den frühen 20er Jahren- komm als was Du bist“. Einige wenige Gäste haben sich dem Thema auch angenommen und sind im Cabaret- 20er Jahre anmuteten Outfit erschienen.

Empfangen wurden wir durch Stelzenläufer vor der Halle. Leider war der rote Teppich wohl nicht geliefert worden, der groß auf den Einladungen angekündigt war. So standen wir etwas unglamourös in der Schlange an und warteten bis unsere Karte und unsere Namen abgehackt wurden und wir einen Stempel auf die Hand gedrückt bekamen.

Innen erwartete uns der Laufsteg mit ausreichender Bestuhlung ringsum sowie im hinteren Bereich der Containerhallen eine kleine Fotowand und zwei Aufsteller bzw. Fotowände zweier Labels, inkl. Fotobox. Das Jahr zuvor standen hier zwei Getränkebars, dieses Jahr klaffte ein großes dunkles Loch in diesem Teil der Halle- eine kleine, einsame Bar stand schwach beleuchtet vor den Toiletten.

Wir suchten uns freie Plätze, die noch genügend vorhanden waren, bei freier Platzwahl.

Die Show begann mit einer powervollen Tanzeinlage einer Tanzgruppe, die uns immer wieder den Abend versüßen sollte. Tanja und Riccardo moderierten die einzelnen Blöcke bzw. die Labels an, dadurch waren wir bestens informiert was uns anschließend auf dem Laufsteg erwarten würde.

Vorgestellt wurden die Herbst/Winter Kollektionen des Hauptsponsors Happy Size, sowie MiaModa, C&A und einiger kleineren und neuen Labels wie Süperb, Luna Largo, Cubell und Favie. Highlights waren auf jeden Fall die Präsentationen der Unterwäsche von SugarShapes sowie Orion Versand. Die Models stolzierten mit Masken aus Spitze, Peitschen schwingend in Lederwäsche den Catwalk hinunter. Ein Raunen ging durchs Publikum und der Applaus wollte nicht enden! Hier wurde das Motto „Diversity- Vielfalt“ mit einer Punktlandung getroffen.

Die Auswahl der Models war diesbezüglich wirklich gut ausgewählt, es wurden durchgehend alle Körperformen und Konfektionsgrößen präsentiert, so dass sich wirklich jede Frau mit der vorgestellten Mode identifizieren konnte. Ebenso jede Couleur und auch einige Damen jenseits der 30er Jahre waren vertreten.

Drei Preise wurden im Laufe des Programms verliehen- Bester Blogger- Best Youngdesigner- Best Label. Gefühlt zog sich die Show etwas zäh in die Länge. Die Highlights waren, neben der Unterwäsche Inszenierung, die Walks der 4 männlichen Models! Leider waren dieses Jahr nur 4 männliche Models vertreten und tatsächlich nur 1 Label, engbers sowie einige Stücke von C&A, durften die Herren präsentieren.

Das Finale wurde eingeläutet von wunderschönen Kleidern der Marke Gatsby Lady. Kleider im 20er Jahre Stil, über und über mit Pailletten und Perlen bestickt in den schönsten Farben wie lila, türkis, schwarz und beige. Die Schnitte sahen einfach fantastisch an den Curvymodels aus!

Das große Finale blieb dem Label Vollkommen Braut vorenthalten- wunderschöne Brautmode für Frauen mit einer größeren Konfektionsgröße.

Nach 3 Stunden war die Show gelaufen, anschließend wurde zu einer Aftershow Gala geladen.

Leider kam nicht die richtige Stimmung auf, wahrscheinlich lag es unter anderem daran, dass nur die kleine, wie schon erwähnt, Bar vorhanden war und draußen vor der Hallentür ein Foodtruck mit Getränkeangebot stand. Letztes Jahr wurden Häppchen angeboten sowie eine Candybar war aufgebaut. Dieses Jahr war auch leider dieses Angebot nicht vorhanden. Viele drängelten sich vor den Fotowänden und der Fotobox, einige standen etwas hilflos herum. Ein DJ legte tanzbare Musik auf, einige wenige tanzten. Es schwebte eine komische Stimmung im Raum, einige fühlten sich ausgeschlossen, empfanden Grüppchenbildung. Zwei Labels hatten, nur für Blogger mit Einladung zugängliche Bereiche, aufgebaut. Dort standen nun die Ladys, die viel Geld für eine Eintrittskarte ausgegeben haben, viele hunderte Kilometer nach Hamburg gefahren sind, Geld für die Übernachtung ausgegeben haben und sich richtig hübsch gemacht haben- und durften den Bloggern und Influencern zuschauen, wie sie Sekttrinkend- ihre Geschenke entgegennahmen. Selber durften sie nur hinter der Absperrung Fotos machen und diese dann- natürlich mit Verlinkung- veröffentlichen!

Auch am nächsten Tag- dem Messetag- kam leider keine bessere Stimmung auf.

Die Halle war, im Vergleich zum letzten Jahr, weniger als die Hälfte bestückt mit Ausstellern. Ich war richtig erschrocken, als ich am nächsten Morgen die Halle betrat. Es fehlten die großen Labels wie Ulla Popken, Studio Untold, Sheego, Otto, Bonprix sogar Orion Versand war nicht anwesend.

Die kleineren Labels haben Ihre Kollektionen ausgestellt und man konnte zum Messepreis einkaufen. Einige Bastelaktionen, Talks und Walks auf der Bühne und die Extrabereiche für die Blogger und Influencer, das war das Programm was sich uns anbot. Relativ schnell war man durch die Halle geschlendert. Es ergaben sich einige Gespräche mit neuen und alten bekannten Gesichtern, es kristallisierte sich heraus, dass es einigen genauso erging mit der Wahrnehmung des gesamten Events.

Mein Fazit ist, das es eine tolle Veranstaltung ist- es ist tatsächlich wie ein Familientreffen der noch kleinen Plussize Szene in Deutschland!
Fashion? Wirklich neue, aufregende Trends konnte ich nicht entdecken. Große Labels haben gefehlt, wobei es natürlich eine Chance für kleine, neue Labels ist sich zu präsentieren!

Außer dem Goodiebag das ich mitgenommen habe, habe ich neue, tolle Frauen kennengelernt, bekannte und liebenswerte wiedergetroffen und die eine oder andere Bestätigung über das Verhalten gewisser Menschen bekommen- das ist sicherlich nochmal einen Extrabeitrag würdig.

Ich weiß das es ein Riesenaufwand ist, solch ein Event jährlich auf die Beine zu stellen. Da ich die Vergleichsmöglichkeiten habe und selber vom Fach bin, ist es wirklich eine Überlegung wert, ob es sich lohnt, wieder mehrere 100€ dafür auszugeben. Das entscheidet am Ende jede/r für sich selbst.

Mein Dank geht an die großartige Tanja Marfo, die unermüdlich kämpft, arbeitet und gestaltet!

Mein Dank geht an die Barcrew des side-Hotels, die uns Nachts noch so lange ertragen mussten, an meine Sis`s und Bro`s aus dieser besagten Nacht, meine bezaubernde Begleiterinnen Romy und Bettina, mein Topmodel Dani und meinen Mann, ohne dieses Wochenende, in diesem Ausmaße, nicht möglich gewesen wäre. Das musste jetzt auch mal gesagt werden!

Eure

Text von: Marita I Moi-plus-belle

Fotoreportage

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